Der Kaminkehrer: Ihr Sicherheits-, Umwelt- und Energieexperte

bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger

Klaus Herrmann

unterschiedliche Eigenschaften der Brennstoffe

Beim Vergleich von verschiedener Brennstoffe spielen viele Faktoren eine unter Umständen ausschlaggebende Rolle. Um Ihnen eine bessere Orientierung auf den Kostenaspekt der Brennstoffe geben zu können ermitteln Sie zunächst den Heizwert des gewünschten Brennstoffes aus der untenstehenden Tabelle. Anschließend berechnen Sie was Ihnen eine bestimmte Wärmemenge (z.B. 10 kWh) von verschiedene Brennstoffen kosten würde. Nachdem die Preise der Brennstoffe angebotsabhängig stark schwanken sind diese hier nicht aufgeführt. (die aktuellen Preise erfragen Sie bitte bei Ihrem Versorungsunternehmen oder entnehmen diese der Tagespresse)

Im übrigen ist es mit dieser Betrachtungsweise auch sehr einfach die Heizkosten bei Strom abzuschätzen, da 1 kWh Strom genau dem Wärmebedarf von 1 kWh entspricht. (de gleichbedeutende Wärmemenge ist in 0,1 Liter Heizöl enthalten)


BrennstoffHeizwert
Heizöl EL10 kWh / Liter
Erdgas H10 kWh / m³
Flüssiggas13 kWh / kg
Flüssiggas6,5 kWh / Liter
Holz (je nach Holzart und -feuchte etwas schwankend)4 - 4,5 kWh / kg
Holz (je nach Holzart und -feuchte etwas schwankend)1600 - 2100 kWh / Ster
Holzpellet5 kWh / kg
Holzhackschnitzel650 kWh / Schüttraummeter
zum Vergleich:
Strom
1 kWh Strom = 1 kWh Heizwert


Nähere Informationen zu den verschiedenen Holzarten können Sie aus der unten angebenen Internetseite (Landesforsten Rheinland-Pfalz) beziehen.


Grundsätzliches zur Aufstellung von Feuerstätten

Im Zeitalter der steigenden Energiepreise liegt die Nutzung erneuerbarer Energien stark im Trend. Bei uns in der Region ist deshalb insbesondere eine verstärkte Nachfrage bezüglich der Aufstellung von Holzheizungen bzw. zusätzlichen Holzöfen zu verzeichnen. Damit das Feuer jedoch nur seine Nutzwärme abgibt und die Nutzer vor Schaden bewahrt bleiben sind einige wichtige Regeln zu beachten:

1.) Jede Feuerstätte muss eine Zulassung für Deutschland haben.
2.) Feuerstätte, Rauchrohrführung und Kaminquerschnitt bzw. Kaminhöhe müssen aufeinanderabgestimmt sein. Bei fehlender Abstimmung raucht u.U. ihr Ofen in den Aufstellraum und vergiftet Ihre Atemluft mit Rauchbestandteilen. Deshalb sollte bereits vor dem Kauf eines Ofens eine Abstimmung mit dem zuständigen Kaminkehrer erfolgen.
3.) Bei der Aufstellung müssen die einschlägigen Brandschutzvorschriften beachtet werden, um Schadenfeuer zu verhindern. Auch bei diesen Fragen helfe ich Ihnen gerne weiter.
4.) Vor der ersten Inbetriebnahme muss die Aufstellung der Feuerstätte vom zuständigen Bezirkskaminkehrermeister abgenommen werden. Erst nach dieser Abnahme besitzen Sie den gewünschten Versicherungsschutz für den Betrieb der Feuerstätte.


Abnahmepflicht von neu aufgestellten Feuerstätten

Eine Feuerstätte ist eine hervorragende Erfindung, werden hierbei doch die Energiemengen der Brennstoffe nutzbringend zur Raumbeheizung verwendet. Damit aus diesem "Nutzfeuer" jedoch kein "Schadenfeuer" entstehen kann, sind verschiedene Regelungen des vorbeugenden Brandschutzes zu beachten.

Für die Überwachung des Brandschutzes in den Gebäuden ist der Kaminkehrer zuständig und überprüft dies bei den regelmäßigen Begehungen und im Rahmen der Feuerstättenschau.

Um auch die Sicherheit bei neu aufgestellten Feuerstätten von Anfang an zu gewährleisten wurde auch in Bayern die Abnahmepflicht von Feuerstätten eingeführt. Was sich in den übrigen Bundesländern seit Jahrzehnten bewährt hat, wurde mit Wirkung vom 01.01.2008 auch in Bayern eingeführt.

Bei der Aufstellung von Feuerstätten muss der Betreiber vor der Inbetriebnahme der Feuerstätte eine Abnahmebescheinigung vorweisen. Ein Betrieb von Feuerstätten ohne Abnahmebescheinigung stellt eine Gesetzesübertretung dar und wird in einem evt. Schadensfall von den Versicherungen mit Leistungsausschluss bewertet. Die Abnahmebescheinigung erstellt der zuständige Bezirkskaminkehremeister nach Überprüfung der Einbausituation in Verbidnung mit den gesetzlichen Anforderungen.

Der Betreiber erhält damit einerseits ein beruhigendes Gefühl, weil er den Ofen sicher betreiben kann. Andererseits ist der Versicherungsschutz nicht gefährdet.

Gerne beantworte ich Ihnen auch schon vor dem Kauf einer Feuerstätte Ihre Fragen um einen evt. Fehlkauf zu vermeiden. Bitte setzen Sie sich dazu mit mir in Verbindung.

Möchten Sie als Mieter eine neue Feuerstätte aufstellen holen Sie sich im Vorfeld bitte die Erlaubnis Ihrer Vermieters, da die Feuerstättenaufstellung einen Eingriff in den Entscheidungsbereichs des Vermieters bedeutet.


Kaminanschluss herstellen

Der fachmännisch erstellte Feuerstättenanschluss ist eine enorm wichtige Angelegenheit. Unfachmännisch erstellte Anschlüsse stellen ein hohes Brandrisiko dar. Auch der ungewünschte Austritt von Rauchgasen in den Aufstellraum stellt eine nicht zu unterschätezende Gefahr dar. Wie ein fachmännisch erstellter Feuerstättenaschluss ausschauen muss erfahren Sie hier.

Für einen brandsicheren Betrieb einer Feuerstätte stellt der Kaminanschluss ein äußerst wichtiges Kriterium dar. Damit der Anschluss auf Jahre bzw. Jahrzehnte funktionssicher ist und bleibt müssen folgende Kriterien beachtet werden:
- grundsätzlich dürfen Ofenrohre nicht durch Hohlräume geführt werden. (z.B. abgestellte Wände vor dem Kaminmauerwerk). Falls im Laufe der Jahre das Ofenrohr in einem uneinsehbaren Raum durchgerostet ist treten dort Abgase aus und breiten sich im Wohnbereich aus. Viel schlimmer ist es jedoch, wenn dort Funken austreten und in diesem Hohlraum auf brennbare Hölzer fallen und einen Schwelbrand auslösen. Oft ist auch schon der abgelagerte Staub oder brennbarer Bauschutt im Zwischenraum als Grundlage für einen ordentlichen Gebäudebrand ausreichend. Falls die Durchführung durch solche Hohlräume unvermeidbar ist, so muss das Verbindungsstück mehrschalig und wärmegedämmt sein (also Kaminqualität haben). Zudem ist zu allen brennbaren Bauteilen ein Mindestabstand von 20 cm einzuhalten.
- die Ofenrohre müssen zwingend im gleichen Geschoss in den Kamin einmünden, in dem die Feuerstätte aufgestellt wird. Ofenrohre in anderen Geschossen sind außerhalb des normalen Kontrollblickes und können unbemerkt Brände in anderen Geschossen auslösen, während sich der Wohnungsnutzer ahnungslos im unteren Geschoss befindet oder schläft.
- die Ofenrohre dürfen nciht in den Kaminquerschnitt hineinragen, weil dies zu Zugschwierigkeiten und örtlichen Verstopfungen durch Russablagerungen (infolge ungewollter Verwirbelungen) führt. Andererseits müssen die Rauchrohre bis zum inneren Kaminquerschnitt herangeführt werden und so befestigt werden, dass sie sich nicht verschieben können. Würde das Ofenrohr aus dem Kamin herausrutschen wäre nicht nur Brandgefahr im Aufstellraum gegeben sondern auch Erstickungsgefahr durch die austretenden Abgase.

Je nach Ausführungsart des Kamines eignen sich folgende Möglichkeiten für eine sichere Benutzung:

1.) Im einfachen gemauerten Kamin (ohne Einsatzrohre) genügt das Einmauern eines doppelwandigen Rohrfutters in das Kaminmauerwerk. Es ist unbedingt ein doppelwandiges Rohrfutter zu verwenden, weil damit vermieden wird, dass sich das Ofenrohr in den Kaminquerschnitt hineinschieben kann. Zudem ist der Anschluss dichter als bei einem normalen Rohrfutter, weshalb es auch bei der Kaminreinigung wesentlich weniger ausstauben kann.


2.) Handelt es sich um einen Kamin mit Einsatzrohr (z.B. aus Schamotteton) so muss bereits bei der Erstellung der Anschlussöffnung mit äußerster Vorsicht vorgegangen werden. Keinesfalls darf das Innenrohr mit Hammer und Meißel bearbeitet werden, weil sonst das Schamotterohr unkontrolliert zerspringt und damit der ganze Kamin benutzungsunfähig werden kann. (Haben Sie schon einmal mit einem Meißel probiert ein Loch in einen Blumentopf zu schlagen? Vermutlich war der Blumentopf danach komplett kaputt. Schamotteton ist ein ähnliches, gebranntes Material wie Ton und besitzt daher ähnliche Eigenschaften) Die ideale Art zur Erstellung der Anschlussöffnung ist der Einsatz eines Kernbohrgeräts (bei Bedarf bei Kachelofenbauer oder Baufirmen nachfragen) mit dem die Öffnung herausgefräst wird. Falls dies nicht möglich ist, kann die Öffnung auch mittels Flex hergestellt werden. Dazu bitte den beiliegenden Bericht zum Downloaden beachten. Als aufwändigste aber trotzdem sichere Methode kann die gewünschte Öffnung durch häufiges Anbohren des Umfangs erstellt werden. Dazu keinesfalls den Schlagbohrer einsetzen! Nachdem die gewünschte Öffnung am Umfang komplett perforiert wurde, können die verbleibenden Stege vorsichtig mit einem kleinen Hammer und Meisel herausgeschlagen werden.
3.) Bei Kaminsystemen mit Edelstahl-Einsatzrohren oder in feuchteunempfindlicher Bauart kann die Anschlussöffnung nur nachträglich durch einen Fachmann erstellt werden. Erforderlichenfalls gebe ich Ihnen hierzu gerne Auskunft für den speziellen Fall .
4.) Wegen der geringen Wangenstärke der Einsatzrohre (1 bis 2 cm) und der Längendehnung aufgrund Wärmebeanspruchung kann bei Schamotterohren das Ofenrohr nicht einfach auf dessen Wandung aufgelegt werden. In der Praxis würde es bei solchen Konstruktionen nicht lange dauern, bis das Rauchrohr in den Kamin ragen würde. Noch wesentlich schlimmer wäre es allerdings, wenn die Abgase zwischen Kaminaußenkante und Schamotterohr eindringen können, weil das Rauchrohr von der Schamotterohrsäule gerutscht ist. Die Tatsache, dass die Gefahrenstelle nicht einsehbar ist mindert die Brandgeafhr keinesfalls sondern führt zu einem überraschenden Brandausbruch.
Eine sichere Ausführung ist die Montage eines waagrechten Schamotterohres an die erstellte Anschlussöffnung. In dieses Schamotterohr wird anschließend das Ofenrohr eingeführt. (für Einzelheiten siehe Download)
Bedenken Sie grundsätzlich, dass sich im Rauchrohr Hitze, Rauch und Funken befinden, die bei unsachgemäßer Montage schnell einen Brand mit großer Heftigkeit auslösen können. Im Zweifelsfall soll ein Rohranschluss deshalb unbedingt vom Fachmann erstellt werden.


Um die Herstellung einer nachträglichen Anschlussöffnung besser zu verstehen können Sie sich mittels des angegebenen Links die einzelnen Arbeitsschritte auf einem Herstellervideo ansehen.

Hierbei handelt es sich um ein zweischaliges Kaminsystem mit Leichtbetonmantelstein und angegossenem Schaumbetonteil als Dämmung. Das Innenrohr besteht aus Schamotte. Obwohl die meisten Kaminsysteme eine dreischalige Bauweise (Leichtbetonmantelstein,  Mineralwolledämmung, Schamotterohr) besitzen, kann das Video gut als Basis für die Umsetzung des Rauchrohranschlusses dienen. Anstatt der Schaumbetonschicht muss bei den meist gebräuchlichen keramischen Kaminsystemen dann die Mienralwolldämmschicht ausgeschnitten werden. Ansonsten ist der Ablauf gleich.





Bundesland: Bayern
- Zentralinnungsverband (ZIV) -

Klaus Herrmann

Energieberatungsbüro Sachverständiger für energetische Fragen im Wohnbau
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